In "Feindbild Islam" wird gezeigt, wie in westlichen Medien dieses Feindbild aufgebaut wird, welche Funktion es in der Innen-, Außen- und Militärpolitik erfüllt und in welcher Beziehung es zu den tatsächlichen Tendenzen im Nahen und Mittleren Osten und der islamischen Welt steht. Die aktualisierte und erweiterte Neuauflage trägt den Anschlägen vom 11. September 2001 in den USA ebenso Rechnung wie dem folgenden Angriff der USA und ihrer Verbündeten auf Afghanistan sowie der dortigen Situation. Mit den Terrorattentaten in den USA wurde die Aufteilung der Weltordnung in zwei Lager, die "westliche Zivilisation" mit ihren Verbündeten und die meist islamisch-fundamentalistischen "Schurkenstaaten" verschärft. Die Außenpolitik der USA und ihrer Bündnispartner einschließlich ihrer Kriegführung ist von dieser Zweiteilung geprägt. Nach dem Sieg im Kalten Krieg hatte die Suche nach neuen Feindbildern begonnen. Militärische Hochrüstung oder Interventionen in der "Dritten Welt" konnten nicht mehr mit der Gefahr des Weltkommunismus gerechtfertigt werden. Aber der neue Feind steht wieder im Osten, diesmal im Nahen Osten: es ist der Islam. Feindbilder sagen oft mehr über diejenigen, die sie produzieren und benutzen, als über den tatsächlichen oder vermeintlichen Gegner. Sie stiften Identität, gerade in unsicheren Zeiten. Deshalb beginnt die Analyse des Feindbildes Islam bei der politischen Psychologie des Westens. Wie ist das Feindbild strukturiert, welche Funktionen soll es erfüllen, wie erfolgreich ist es? In einem zweiten Schritt werden die gesellschaftlichen, politischen und religiösen Widersprüche und Tendenzen im Nahem und Mittleren Osten analysiert. Auf diese Weise gelingt es den Autorinnen und Autoren, sowohl das westliche Feindbild auszuleuchten als auch die Realität in der Region. Schließlich werden Anregungen und Vorschläge für einen tatsächlichen "Dialog der Kulturen" gemacht. Die Autorinnen und Autoren:
 Jochen Hippler, geb. 1955, Politikwissenschaftler mit dem Arbeitsschwerpunkten interkulturelle Kommunikation (insbes. mit dem islamischen Kulturkreis), regionale Konflikte in der "dritten Welt", Naher und Mittlerer Osten, Mitarbeiter am Institut für Entwicklung und Frieden (INEF) an der Universität Duisburg  Andrea Lueg, geb. 1962, freie Journalistin, Arbeitsschwerpunkte: Bildung und Beruf, Auslandaufenthalte in Palästina, Pakistan, Indonesien und anderen Ländern , lebt in Köln  Claudia Derichs, Wissenschaftliche Mitarbeiterin an den Instituten für Politikwissenschaft und Ostasienwissenschaften an der Universität Duisburg, Arbeitschwerpunkte: Politischer Islam in Südostasien und politischer Extremismus in Japan  Petra Kappert, geb. 1945, Professorin für Turkologie an der Universität Hamburg  Reinhard Schulze, geb. 1953, Professor für Islamwissenschaft an der Universität Bern.
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